Im Mai 2023 haben wir, die Klasse Ao 22.3, mit unserer Klassenlehrerin Frau de Greef eine Exkursion zu „Dialog im Dunkeln“ gemacht. Dort wird der Alltag blinder Menschen für Sehende erlebbar gemacht.
Bevor es überhaupt ins Dunkle ging, wurden wir vorsichtig an das Thema herangeführt. Im Dialoghaus gab es das ein oder andere Spiel, das uns schon klargemacht hat – es ist schwerer als erwartet. Von unserem Begleiter eingesammelt kam erst einmal die Frage, wer größer wäre als er selbst, eine zunächst irritierende Größenangabe.
Nachdem klar war, dass es um die Verteilung der Blindenstöcke ging, ging es auch schon los. Je mehr das Licht schwand, umso unsicherer wurden unsere Schritte. Die einzige Orientierung bot ein Geländer an der Wand links von uns. Angekommen im ersten Raum, einem Park, stolperten wir direkt über den ersten Hügel, hatten Sorge, uns in dem Bach dahinter wiederzufinden und staksten dann unsicher über eine wackelige Hängebrücke. Das Gartentor, welches der nächste Wegpunkt sein sollte, haben wir bis heute nicht gefunden, dafür aber den ein oder anderen Baum.
Der zweite Raum hatte ganz neue Tücken, standen wir doch in einer gut möblierten Wohnküche. Der ein oder andere fand das Sofa mit dem Knie, den Tisch und die Stühle mit allem anderen. Dort fiel uns dann auch auf, dass unser Begleiter trotz absoluter Dunkelheit erschreckend klar erkennen konnte, wer von uns sich gerade neben ihm befunden hat, ohne uns auch nur zu berühren.
Als das auch geschafft war, erwartete uns ein Raum voller akustischer Reizüberflutung, wir standen an einer Ampel mit Blindensignal. Überall hupte es, es war laut und windig. Einen Leitstreifen gab es nicht, dafür parkende Autos, Kisten und Briefkästen auf Kopfhöhe oder auch mitten auf dem Gehweg.
Der letzte Raum war eine Bar. Dort dufte man, natürlich in absoluter Dunkelheit, wie an einem Kiosk Getränke oder Naschi kaufen und sich im Anschluss an einen Tisch setzen, um unserem Begleiter noch Fragen zu stellen. Dort haben wir erfahren, dass er an einer unheilbaren Augenkrankheit leidet, Retinopathia pigmentosa, bei der Rezeptoren in der Netzhaut zerstört werden und dadurch die Sehfähigkeit immer weiter nachlässt.
Durch die nächste Tür kam man schließlich in einen Raum mit Dämmerlicht, das nach einer Stunde in absoluter Dunkelheit trotzdem unangenehm hell war, bevor wir dann wieder in den Vorraum kamen und uns dort dann über das Erlebte austauschen konnten.
Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass es absolut empfehlenswert war, gerade als angehende Augenoptiker, die Welt aus der Perspektive sehbehinderter bzw. blinder Menschen wahrzunehmen.
Klasse Ao 22.3